PANIKPREIS-Finale 2008
Die erste Panikpreis-Verleihung vor knapp 5000 Zuschauern zu Ehren von Hermann Hesse brachte 10.000 Euro für Tansania und extrem gute Partystimmung...
Für Udo Lindenberg, der für seine eigene Stiftung natürlich ohne Gage auftrat, war am 12. Juli in Calw multi-tasking angesagt. Er war gleichzeitig der Vorsitzende der Panikpreis-Jury, Co-Moderator und Panikpreis-Laudator, gab zwischendurch noch unzählige Interviews, und stand auch nach etlichen obligatorischen Eierlikörchen knallefit auf der Bühne, um sein Idol Hermann Hesse in Panikmanier zu feiern.
Schon am Vormittag versammelten sich links und rechts der Absperrungen Passanten und Fans, um dem Soundcheck des Panikorchesters zu lauschen. Das Geburtshaus von Hermann Hesse wurde umfunktioniert zur Panikpreis-Zentrale: in dem Zimmer, in dem er vor 131 Jahren getauft wurde, würde sich später die Jury versammeln, um die "eigensinnigste" Nachwuchsband zu finden.
*BR*
Du machst dein Ding... egal was die andern sagen

- Stern*feld-Sängerin mit Arno Köster
Es gibt nur eine Tugend, die ich liebe, eine einzige: sie heißt Eigensinn!
schrieb vor ca. 100 Jahren der Dichter und Nobelpreisträger Hermann Hesse, der von einem wahren Meister des Eigensinns sehr verehrt wird: Panikrocker Udo Lindenberg gründete vor eineinhalb Jahren in Calw seine Stiftung, um diese message des "mach dein eigenes Ding" in Verbindung mit Nachwuchsförderung weiterzutragen. Der PANIKPREIS wurde ins Leben gerufen und 2007 zum ersten Mal ausgeschrieben. Sechs Nachwuchsbands, die sich mit ihren originellen Texten und Kompositionen von über 100 Mitbewerbern fürs Finale qualifiziert hatten, würden heute nacheinander auf- und gegeneinander antreten, um am Ende den goldenen Hut mitzunehmen: NELE, STERN*FELD, MUSA, WIRKSYSTEM, ANGELAS PARK und HEUSER.

- Front-Rapper Dibo von MUSA
Aber zunächst musste der Sound gecheckt werden. "Willkommen im Schwarzwald! Haste mal'n Liter Schwarzwälder Kirschwasser da, zum Wachgurgeln?" brummte Lindenberg ins Mikrofon.
Danach gings zur Pressekonferenz ins Hermann-Hesse-Museum: Udo L. führte den ersten Panikpreis vor, den vergoldeten Originalhut, und erzählte von seiner Hesse-Leidenschaft. Und dass es beim Panikpreis ums "Selbersingen" gehe, nicht ums "Nachsingen" wie bei DSDS, ums selbst texten - und ums selbst denken beim Texten.
Mit dem Panikpreis wir wollen Kreise zieh´n gegen den ganzen Casting-Einheitsbrei, kein Schmusekätzchen-Tralala, sondern hier geht's um Klartext, um das ganz spezielle eigene Ding, für die Bands, die sagen, ich marschier nich mit in der Masse. Deshalb sind wir heute hier, und um Hermann Hesse zu ehren und zu verbinden mit den ganzen Panikangelegenheiten.
Später zeigten alle sechs Bands, dass sie nicht nur in ihren Texten, sondern auch in ihrer Performance sehr "eigensinnig" waren - und am Ende holte die Band ANGELAS PARK den goldenen Hut. NELE und BURNING SOIL wurden mit Sonderpreisen ausgezeichnet - die Songs kann man sich hier auf der website anhören. Zu allen Finalisten-Bands sowie zu der Band "arno.", die außer Konkurrenz auftrat, wird es hier auch regelmäßig updates geben.

- Udo L., Udo Dahmen, Angelas Park
Aber zurück zum Hesse-Festival:
Die musikalischen Botschafter aus Tansania wurden in die Panikshow integriert, Udo Lindenberg, einst Deutschlands bester Drummer, nahm sich spontan eine Djembe-Trommel und stieg mit einem lindianischen Beat in den tansanianischen Rhythmus ein. Auch die Zuschauer wurden aktiv eingebunden und steuerten 50 Prozent des Gesanges bei. Dann schlüpfte der Paniktrommler wieder in die Rolle des Stifters, um das diesjährige Afrika-Projekt der Udo-Lindenberg-Stiftung vorzustellen: das GOOD HOPE CENTRE.
Wir unterstützen die kleineren Dinger, denn da kommt jede Spende hundertpro da an, wo sie hin soll. Und wenn viele kleine Menschen viele so kleine Sachen machen, dann ist das insgesamt gesehen doch eine sehr große Hilfe!
erklärte der Paniker, der sich schon seit Jahrzehnten gegen die weltweite Armut engagiert. Ex-Nationaltorwart Uli Stein und Peter Schulte vom Förderverein Good Hope Centre e.V. nahmen den Scheck der Udo-Lindenberg-Stiftung entgegen, der von der "Firma Porsche und der Firma Panik" noch verlängert wurde, um Kindern in Tansania, dem Land mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate, ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Von den 10.000 Euro soll unter anderem die Trinkwasserversorgung für die Waisenhäuser und Ausbildungsstätten sichergestellt werden.

- Der Stifter spricht... (Foto: T. Acke)
Es folgte einer der Höhepunkte des Abends: die deutsche Fassung des Steppenwolf-Hits Born to be wild, den Udo Lindenberg "speziell für Hermann" sang.
Mit der Udo-Lindenberg-Stiftung soll es weitergehen, im Sinne von Hermann Hesse und Panik und Randale soll das immer stärker werden, Power für Afrika usw. - voll Power und alles noch ´n bisschen schneller - und deshalb bin ich auch von Trabbi auf Porsche als Sponsor umgestiegen!
Mit diesen Worten grüßte die Nachtigall ein letztes Mal in Richtung Geburtshaus, bevor sie dem Publikum ihren panischen Schwur sang, dass man sich ganz bald wiedersieht...
Hier gibts noch mehr Fotos zum Panikpreis-Finale 2008!
An-Stifter und Inspirator
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"Hermann Hesse war mit seiner Literatur des Eigensinns schon immer ein starker Inspirator und Impulsgeber für mich, für meine Texte und meine Musik. Bei meinem ersten Besuch in seiner Geburtsstadt Calw lag Magie in der Luft – und der geistige Grundstein für die Udo-Lindenberg-Stiftung wurde gelegt. Die Stiftung soll Leben und Werk des großen Meisters Hermann Hesse mit moderner Musik verbinden und so mit noch mehr Kraft in alle Zukunft tragen - und Brücken bauen zur lindianischen Panik-Lyrik und weiter zu den Texten der Steppenwölflinge von jetzt."
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