Andrea Renner

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Unschöne Zwischentöne
(Text: Andrea Renner - Musik: Andrea Renner, Arr.: Sylvio Zondler)


Danke, dass du für mich Zeit hast
Ich brauch einfach mal dein Ohr
Du sagst, wart mal eben mit dem Reden
Dein Handy röhrt durchs Café
So ’n ollen Opernchor
Ein Mann ist dran, ziemlich lang
Ich bestell mir Tee
Du legst auf, ich beginn von vorne
Da schrillt das Ding `n hohes „C“

Kann ich
Kann ich mal
Kann ich mal in ganzen Sätzen
Fünf Minuten nur
Fünf Minuten mit dir schwätzen
Ohne dass vor jedem Punkt
Dein Terrorfon dazwischenfunkt
Ohne unschöne Zwischentöne
Ohne unschöne Zwischentöne


Kaum nehm ich von neuem Anlauf
Funkt dich wieder jemand an
Deine Mutter will `nen Tipp fürs Kochen
Dein Nachbar nur mal wissen
Ob er sonntags mähen kann
Du schwadronierst und dozierst
Mit viel Kondition
Ey, gehört denn das Dauerklingeln
Bei dir echt zum guten Ton?


Kann ich
Kann ich mal
…..

Wo is`n hier der stille Ort?
Ich setz‘ da die Versuche fort
Meinen Kummer dir zu klagen
Ich wähle deine Nummer
um zu sagen, ich möcht` reden
aber erst muss ich dich fragen:


Kann ich
Kann ich mal
……

 
Wettbewerbstitel #2

Regen
(Text: Hermann Hesse – Musik: Andrea Renner, Arr: Sylvio Zondler)

Lauer Regen, Sommerregen
Rauscht von Büschen, rauscht von Bäumen,
Oh, wie gut und voller Segen,
Einmal wieder satt zu träumen!

War so lang im Hellen draußen,
Ungewohnt ist mir dies Wogen:
In der eignen Seele hausen,
Nirgend fremdwärts hingezogen.

Nichts begehr ich, nichts verlang ich,
summe leise Kindertöne,
Und verwundert heim gelang ich
In der Träume warme Schöne.

Herz, wie bist du wundgerissen,
Und wie selig, blind zu wühlen,
Nichts zu denken, nichts zu wissen,
Nur zu fühlen, nur zu fühlen!

 
Wettbewerbstitel #3

Da war so was
(Text und Musik: Andrea Renner)

Die Gläser chronisch leer, das Essen verbrannt
Ich fragte mich, warum ich denn noch immer hier stand
Du kamst erst spät, man hat uns vorgestellt
Und plötzlich war mir wichtig, ob der Lidschatten noch hält
Dein Händedruck, ganz seltsam vertraut
Ich hab schnell den Autoschlüssel wieder verstaut
Dein schöner Kopf hat mir jeden Satz verdreht
Und auf einmal wusst ich nicht mal mehr wie Atmen geht

Da war so was
Unfassbar, doch zum Greifen nah
Da war so was
Etwas, das zwischen uns eine Brücke schlug
Und `ne Gänsehaut mir machte, wie ein kleiner Spuk
Es hat mit Raum und Zeit gespielt
Da war ein Funke, der nach einem Strohhalm Ausschau hielt

Wir schlichen um uns rum, wie zwei Katzen im Raum
Dass wir uns ins Auge fassten, übersah man wohl kaum
Nur noch ein Schritt, doch der war uns zu groß
Die Angst, dabei zu stolpern, wurden wir einfach nicht los
Und irgendwann weit nach Mitternacht
Haben alle sich dann plötzlich vom Acker gemacht
Du sahst mich fragend an, mein Blick wich dir nicht aus
Ein Serviertablett voll Chancen, und wir machten nichts draus

Da war so was
….

So gingen wir zeitgleich, doch jeder für sich
Und ich fragte mich, ob du dich fragst: “Denkt sie an mich?“
Werden wir uns wiedersehn?
und dann vielleicht zusammen gehn?
Was denkst du?
Was denkst du?

Da war doch was
Da war doch was
Ein Funke –
Der nach einem Strohhalm Ausschau hielt

Worte

Musikgeschichten, Drei-Minuten-Romane, Kopfkino - das sind gute Songs für mich, egal welcher Stilrichtung.

Und deshalb ist in meinen eigenen Songs auch der Text das zentrale Element. Ich entwickle sie vom Text her, um aber über diesen schließlich zu einer Musik zu finden, die weit mehr ist, als schmückendes Beiwerk, sondern die ihr ganz eigenes Gewicht hat. Ich liebe das Spiel mit der Sprache und mit Bildern. Meine Songs sind eigensinnig, jeder hat seinen individuellen Charakter. Mal verträumt oder melancholisch, mal verspielt oder aufgekratzt und oft mit einem ironischen Augenzwinkern.

Ich danke meinen Musikern und Sylvio Zondler, dass sie sich meine Geschichten zu Eigen machen und meine Songs mit mir zum Leben erwecken.

Mein großer Dank gilt auch Masen Abou-Dakn, der mich mit dem Handwerkszeug für das Songtexte schreiben ausgerüstet hat und bei dem ich immer wieder meine kreativen Speicher auffüllen konnte und kann.

Andrea R.

Fotos

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Gästebuch

#4 Bernd schrieb am 16.04.2016

Da kann ich Hermann Hesse nur zustimmen:
"Nichts zu denken, nichts zu wissen,
Nur zu fühlen, nur zu fühlen!"
KLASSE!

#3 Andrea schrieb am 16.04.2016

'Unschöne Zwischentöne' Schon beim ersten Takt fängt man an mitzuwippen, macht Lust auf mehr. Musik ist echt klasse und der Text total realitätsnah. Bin echt begeistert.

#2 Yvonne schrieb am 15.04.2016

"Unschöne Zwischentöne" und "Da war so was" sind wunderschöne Texte, die zum Nachdenken anregen. Dazu der tolle Gesang - einfach klasse!
Daumen sind gedrückt!

#1 Jana schrieb am 14.04.2016

Deine "Zwischentöne" sind ein echter Ohrwurm.
Weiter so - hoffentlich bis ins Finale!

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