Christoph Bürgin

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Graui Chatze, Schwarzi Hünd

Graui Chatze und schwarzi Hünd
Strieled Znacht bim Bahnhof umenand
Drei jungi Wiiber, wüescht wie d Sünd
Und alti Wahlplakat hanged a de Wand

De letscht Zug isch vor 30 Johr verbiichòò
Weissgott es schmöckt scho lang nüme guet
30 Johr verlotteret, 30 Johr abechòò
Das Klima nimmt eim jede Muet

Ha mich total verfahre
Und s Auto hät e Panne
Jetzt hock ich i däm elände Kaff
Wenigschtens es Hotel und e Pfanne

oder:
Ha mich total verfahre
Und jetzt die erzwunge Rascht
Lueg us däm dräckige Fänschter
Bi sit langer Ziit de (aller)erscht Gascht

De alt Tockter und de Totegräber
Gänd sich d Kante i de Hotelbar
Hüt isch ne ein vo de Schuufle gumpet
Hüt giits kei Arbet meh, das isch ne klar


Jetzt stoht au noch de alti Mòò am Himmel
Wie en stinkige Chääs gseht är us
Und ich ha susch scho d Nase voll
Bitte bitte lönd mi in Rueh mit däm Blues

© Christoph Bürgin, christophbuergin.ch

 
Wettbewerbstitel #2

Glattdecker Rheinfall

Das schaufelradangetriebene Dampfschiff Rheinfall der Firma Escher, Wyss & Cie wurde 1865 in den Dienst gestellt und verkehrte zwischen Schaffhausen und Konstanz. Länge 41 Meter, Breite 8 Meter. Tiefgang lediglich 1,25 Meter. 140 PS, Geschwindigkeit bis 21.1 km/h.
Das Unglück geschah am 20.Dezember 1869. In der Nähe der Anlegestelle Berlingen explodierte der Dampfkessel der Rheinfall und riss 5 Personen in den Tod. Das Schiff sank auf der Stelle. Im Jahre 1871 wurde das Schiff gehoben und unter dem neuen Namen „Neptun“ wieder in den Dienst gestellt.


(18 hundert und 69 isch s gsii
Scho sit vier Johr fahred Schiff här und hii
Vo Schaffhuuse noch Konstanz und wider zrugg
Z Diessehofe bruucheds jetzt e höcheri Brugg )

Denn:
D Gleis sind no nid baut und vo Strosse kei Reed
Dampfer uf em Wasser sind s einzig wo me gseht
Die bruuchts zum Reise uf em See, uf em Rhii
Arenebärg und Rhiifall sind als erschti debii


Riesegrossi Schiff / Fascht hundert Tonne schwär
Unghüür us Stahl / Stampfed fauchend dethär
Mit Fässer und Chischte / Mit Mänsche und Veh
Bi Wind und bi Wätter / S ganz Johr uf em See

De Fortschritt isch do, me gseht en jede Tag
Und me ghört en vo wiitem au wemmen nid mag
Am Mäntig vor Wiehnacht noch de Zwei isch es gsii
En Knall wie en Tunder und d Reis isch verbii

Am Berlinger Ufer hätt eine gseit
De Chessel hät meini de Druck nid vertreit
Und genau so ischs gsii, s Schiff sinkt handcheerum
Es goht nid drei Minute – und alli stönd stumm

Füüf Mänsche nimmt de Dampfer mit uf de Grund
En Pfarrer, en Chäser, de Stüürmaa und
D Frau Seeger und d Frau Stoll, alli kännt me do guet
Di andere händs grettet us de iischalte Fluet

Scho churzi Ziit spöter händs es Wrack chönne hebe
Zwei Johr i de Werft – nur de Name, jo ebe
Mit Rhiifall isch doch zvill Schrecklichs verbunde
So händs mit Neptun de neu Name gfunde

Meh als sibezg Johr ghört de Neptun zur Flotte
Bis anno nünedrisg, dänn gohts as Verschrotte
Hüt wartisch vergäbe uf die Unghüür am Rhii
Mit em Dampfer Schaffhuuse isch die Aera verbii

 
Wettbewerbstitel #3

Mach bitte No E Füür
Zünd bitte noch ein Feuer an

Mach bitte no e Füür
Zünd bitte noch ein Feuer an
S hät gschneit und s isch chalt
Es hat geschneit und es ist kalt
Und d Biise bloost ums Huus
Eine Bise* weht ums Haus
D Rauhnächt hanged i de Bäum
Die Rauhnächte hängen in den Bäumen
Hüt Nacht isch es Mai
Heute ist der Monat Mai*
Mit em alte Jòòr isch s bald uus
Mit dem alten Jahr ist es bald aus

Zwüsched de Jòòr - jedes Jòòr s gliich Zwischen den Jahren – jedes Jahr dasselbe
Wänt a Gott glaubsch häsch es guet Falls Du an Gott glaubst hast du es gut
Es bruucht en Schelm Es braucht einen Dieb
um en Schelm chönne z fange
um einen Dieb fangen zu können
Eine wo gnau weiss wie das tuet
Einer, der genau weiss wie es funktioniert

Leg bitte no Holz noo
Leg bitte noch Holz nach
Mir händ gwüss gnueg
Wir haben gewiss genug davon
Händs sälber gschlage im Wald
Haben es selber im Wald geschlagen
En lange Blick zrugg ufs Jòòr
Ein langer Blick auf das Jahr zurück
Und en churze vorus
Und einen kurzen vorwärts
Mitternacht isch s scho bald
Bald ist es Mittenacht

Schänk bitte nomol ii
Schenk bitte nochmal ein
S hätt gstubete Wii Wir haben temperierten Wein*
Dä wird hüt Znacht nid alt!
Und der wird heute nicht alt
Lääri Chöpf und Volli Büüch Leere Köpfe und
Volle Bäuche
Ghörsch d Füchs, wies bälled im Wald?
Hörst du wie die Füchse im Wald bellen?*

Ich ha hüt Znacht de Herr Cohen gfrogt Ich habe heute Nacht
Herrn Cohen* gefragt
Wie är das denn so machi
Was seine Methode sei
A was är en Traum kännt
Woran er einen Traum* erkenne
und a was e Vision und woran eine Vision
Wän är am Morge verwachi
Wenn er am Morgen erwache

Sis Schwige und sin chalte Blick
Sein Schweigen und sein kalter Blick
sind meh als e Antwort gsii
Waren mir mehr als Antwort
oder hät är ganz einfach mini Fròòg Oder hat er einfach meine Frage nicht verstanden,
nid verstande?
Isch vo geschter Nacht no aapisst gsii und war angewidert vom gestrigen Abend


*Die Bise ist ein trockener, kalter Wind, der kalte Kontinentalluft aus dem Nordosten Europas nach Mitteleuropa befördert. Der Wind erreicht im Schweizer Mittelland wegen der Kanalisierung durch die Alpen und den Jura seine größten Stärken im Genferseeraum, wo bei klassischer Bisenlage nicht selten mittlere Windgeschwindigkeiten von 60 km/h und Böenspitzen bis über 100 km/h registriert werden. Am Bodensee ist die Bise schwächer und äußert sich hier als relativ kühler N-NO Wind mit meist weniger als 6 Beaufort. Auffallend ist auch, dass sich die Bise während der Nacht legt oder zumindest schwächer wird und tagsüber allenfalls wieder an Intensität zunimmt.Nicht zu verwechseln ist dieser Wind mit der Brise.
* Die Zwölf Heiligen Nächte symbolisieren auch die zwölf Monate des folgenden Jahres. Wer in jenen Nächten zu einer Wegkreuzung geht, die Atmosphäre auf sich wirken lässt und auf die Zeichen der Natur achtet, kann Ereignisse deuten. Wie das Wetter in dieser Nacht ist, so ist es auch in dem zugeordneten Monat. Was man in diesen Nächten träumt, wird in den jeweiligen Monaten des folgenden Jahres passieren. Träume vor Mitternacht beziehen sich auf die erste Monatshälfte, die Träume danach auf die zweite Hälfte. In diesen Nächten können die Tiere sprechen. Sie unterhalten sich über die Toten des kommenden Jahres. Ob die Tiere wirklich sprechen oder ob sich die Götter nur kurzzeitig in solche verwandeln oder ob die Menschen einfach in dieser Zeit besonders sensibel sind, lässt sich nicht genau klären. Die im Lied beschriebene Nacht muss also die Nacht des 30. Dezembers sein.
*Gstubete Wii – dieser Wein wurde vor dem öffnen einige Zeit in der Stube gelagert, nicht im Keller. Er kann darum sofort getrunken werden, seine Temperatur ist angenehm und er muss nicht noch dekantiert etc. werden.
* Gerade in den Nächten des Januar und Februar können Sie den Fuchs im Wald heulen und bellen hören. Dann sind die Tiere auf Partnersuche. Mehrere männliche Füchse umwerben dabei ein Weibchen.

* Leonard Norman Cohen, (* 21. September 1934 in Montreal) ist ein kanadischer Singer-Songwriter, Dichter und Schriftsteller.

* Traum und Vision oder Plan: In der Bibel gibt es eine Geschichte über Isaac, wie sein Vater ihn aufforderte, einen Berg mit hinaufzusteigen, wie der Vater dort einen Altar errichtet, nachdem er nachts in einer Vision aufgefordert wurde, seinen Sohn zu opfern. Und kurz bevor er diese Opferung vollzog, hielt ihn die Hand eines Engels davon ab. Heutzutage jedoch werden die Kinder geopfert, und niemand erhebt seine Hand, um das zu beenden. Davon handelt dieser Song. (Cohen in einem Interview)

Die erste Fassung, die Cohen schrieb und als „Copyright-Demo“ einreichte, trug den Titel „Nine Years Old“ (sein Vater starb, als er neun Jahre alt war.) Die letzte Strophe geht über die Isaak-Story hinaus und beschreibt Überlebensszenarien und das Töten unter Brüdern, Feinden, Pazifisten und Soldaten - Cohens Vater starb an den Spätfolgen einer Kriegsverletzung. In den letzten Zeilen warnt er vor den tödlichen Folgen der Eitelkeit, zu der jede Art der Uniform beiträgt. Wenn man weitergehend interpretieren möchte, dann will Cohen uns vielleicht darauf aufmerksam machen, welch tödliche Gefahr in jeder Art von Ideologie und blindem Gehorsam (auch an Visionen) liegt.




© Christoph Bürgin, christophbuergin.ch

Worte

Geboren am 6. Januar 1957 in Langendorf, Solothurn. Bürger von Schaffhausen.
Aufgewachsen in Solothurn und Schaffhausen.
Daselbst Schulen und Lehrerseminar. Lehre als Verlags- und Sortimentsbuchhändler in Bern.
Arbeitete in der Verlags- und Buchbranche in Bern, New York, Heidelberg, Zürich und Schaffhausen.
Mitglied der schweizerischen Urheberrechtsgesellschaft SUISA
Zunft zun Rebleuten, Schaffhausen
Vorstand Mundartverein Schaffhausen
Anfang
Seit der Schulzeit Unterricht in Klavier und Gitarre. Klavier im Lehrerseminar, Gitarren waren damal noch unerwünscht, das musste
anderswo angeschaut und geübt werden. Das Gelernte wurde dann in lokalen Bands gleich ausprobiert.
Während der Lehrzeit in Bern Kontakt zu Liedermachern, Rock- und Jazzmusikern.

Karriere
Folkbands in Schaffhausen
Irishfolk in Bern
Theatermusik in diversen Projekten
Strassenmusik in der Schweiz, Irland und Italien
Elektrischer Folk mit mixtüür in Bern (2 Platten: “guet glade” und “Valée des fous”)
Mitarbeit bei Martin Hauzenberger (Bouzouki, Keyboard, STUUNE – Musik und Mundartlieder
Zytglogge Verlag, 1990, ZYT 4066)
Unterwegs mit Mischa Hafen, Gitaren, Slides, Bouzouki
Mitarbeit und Konzepte für CoxOrange (D)
Saiten bei der Peter Uehliner Band (SH)
Privates
Verheiratet seit 2000 mit Nicole Steffen, Vater von 2 Söhnen, Linus (1999) und Kilian (2002)
Wir leben in Neuhausen am Rheinfall, in der Genossenschaftssiedlung “bi der Liebefels”

Diskografie (in Auszügen)
Zuberbass “live und lüpfig” 1981 – Gitaren, Bouzouki – auf dem Netz als “rare swiss psych prog private press” gehandelt (!!)
mixtüür “guet glade” 1983 und “Valée des fous” 1985 – Gitarren, Bouzouki
Martin Hauzenberger “STUUNE – Musik und Mundartlieder” 1990 – Bouzouki, Keyboard
Elektrolux “Ohrewürm 3″ – Socke – Bouzouki
Red Box “Handle with care” 2008 – Gitarren
CoxOrange “Demos Jenner 2013″ – Gitarren, Slides

Einflüsse
Zugegeben, da habe ich viel zugehört, zugeschaut und dazugelernt:
James Taylor, Van Morrison, Bob Dylan, Ben Harper, CSN&Y, Delbert McClinton, Donal Lunny, Fabrizio de André, Francesco de Gregori, Fairport Convention, Richard Thompson, Francis Cabrel, John Hiatt, John Martyn, John Prine, Joni Mitchell, Little Feat, Lucio Dalla, Lyle Lovett, Paul Brady, Robbie Robertson, Stones, Shane MacGowan, Steve Earle, Stoppok, Tom Waits, Tony Joe White, Waterboys.

Gitarren und so
Akustische Gitarren von C.F. Martin und George Lowden
Stromgitarren von Fender, Gibson und G+L
Weissenborn von Paddy Buergin (NZ)
Dobro Model 33H (1995)
Bouzouki von Jean-François Descombes
E-Bouzouki by Matz Guitars

Die akustischen Instrumente sind mit Fishman oder Shadow Tonabnehmern bestückt.
Ich verwende ausschliesslich das G-System von TC Electronics, bei dem ich zusätzlich
für die akustischen Gitarren den Fishman Aura Spectrum Acoustic Guitar Preamp
eingeschlauft habe. Der Ausgang ist gesplittet, das Signal geht einerseits an den Fender ’65 Vibrolux Combo
und andererseits direkt auf das Mischpult bzw. ans PA. Das Volumen wird mittels Ernie Ball 6180
Junior Volume Pedal gesteuert.

Weblinks
www.cox-orange.com
www.peteruehlinger.ch
www.christophbuergin.ch

Fotos

Video

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