Kapelle Herrenweide

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Elend und Verschwendung:
T: Ralf Kornmann, M: Kapelle Herrenweide

Des Wahnsinns Kinder meutern
Des Wahnsinns sind das wir?
Die Propheten nur am Scheitern
und wissen nicht mal mehr wofür
Jetzt wird hemmungslos geächtet
Genau vor meiner Tür
Niemand hat mit uns gerechnet
Doch wir stehen hier

In Elend und Verschwendung

Mit Anstand und Hochwürden
Um die Felsen steuern wir
Mit der Galeere in die Leere
Im Rhythmus ihrer Gier
Ich führ mich auf wie eine Hure
Die freierlos ihr Brautkleid sucht
Wer nicht hören will muss fühlen
Zwecklos, hab ich doch versucht

rein ins Elend und die Verschwendung

Ein Schloss ist auch nur ein großes Zelt
Alles war immer immer schon so groß
Die Verachtung Eurer Welt
und mein Kopf auf Deinem Schoß
Denn die Versuchung war so riesig
Doch noch größer war der Fall
Von jedem Abgrund den ich traf
rief ich die Herrlichkeit krakelend

in Elend und die Verschwendung

 
Wettbewerbstitel #2

Herz Alabaster
T: Ralf Kornmann, M: Kapelle Herrenweide

Zerreiß mir das letzte weiße Hemd, Madame.
Hetz deine Worte wie Rottweiler auf mich, Madame.
Ziellos dunkel in üblen Spelunken treibst du´s, Madame.
Der Abend wird alt, das Gelächter verhallt mit dir, Madame –
Madame!

Ich prügel das Bier aus Tresennachbarn heraus nur für dich, Madame.
Salzstangen mach ich wieder zu Zigaretten, Madame.
Gesprächspartner sollen manchmal einfach verrecken – nicht du, Madame.
Die Hauptrollen im Drama einer Fata Morgana spielen wir, Madame –
Madame!

Dein Herz: Alabaster,
der Asphalt: Karamel.
Unterm Schuh glänzt blaues Pflaster,
heute wird’s ohne mich hell.
Und die Laternen lachen sich aus.

Aus Bierdeckeln steht unser Schloß in der Brandung, Madame.
Inthronisiert, mit Kronkorken fixiert herrschen wir, Madame.
Die Pest den Monarchen überall nur nicht hier bei dir, Madame.
Denn wer, wenn nicht der Rausch bringt mich nach Hause zu dir, nur wann, nur wann?

Dein Herz: Alabaster,
deine Knie: Karamel.
Zwei Meter Himmel auf blauem Pflaster,
heute wird’s ohne uns hell.

Meine Herbstallerliebste, wir gehen,
meine Herzzeitlose, mal sehen,
wohin.

 
Wettbewerbstitel #3

Ein kleines Hallelujah
T: Ralf Kornmann, M: Kapelle Herrenweide

Die Rechnung bitte und dann gleich noch den Termin fürs Gericht
denn Eure Suppe könnt Ihr selber löffeln – wir tuns nicht
Was kostet die Gerechtigkeit, wieviel wiegt die Welt?
Ihr hattet so unendlich viel Zeit, und die Zeche geprellt
Kein Kohl kein Reich kein Vaterland hab ich noch im Ohr
und es kommt mir vor als wär das gar nicht lange her
das Dach ist morsch in diesem Haus
der Keller unter Wasser, und die Kerzen aus.

Ein kleines Hallelujah
Hallelujah nur für Dich
Ein kleines Hallelujah
für vielmehr reicht es nicht

Ein Streichholz bitte und der Rest ist dann für Euch
denn die Lunte vor mir brennt noch nicht, aber gleich
vorbei ist die Zeit des Überlegens denn Überleben ist heiß
Ein Schritt nach vorn zwei zurück mit dem Strick in der Hand und
selbst der gehört uns nicht sondern der Bank
es dauert nicht mehr lange, dann dann geht hier alles hoch
Eure Luftschlösser, Beautycases, Partyfässer was weiß ich was noch

Ein kleines Hallelujah
Hallelujah nur für mich
Ein kleines Hallelujah
für vielmehr reicht es nicht

Eine ganze Generation am Roulette-Tisch blank gespielt
bestellt Euch doch noch was bezahlen wird wer verliert

Ein kleines Hallelujah
Hallelujah nur für mich
Ein kleines Hallelujah
für vielmehr reicht es nicht

Worte

Die fünf Herren Kapellmeister aus St. Pauli sind eine Ausnahmeerscheinung in der hanseatischen Musiklandschaft.
Man multipliziere die Poesie von Element Of Crime mit der Live-Energie der Norweger Kaizers Orchestra, packe noch etwas Gogol Bordello und eine Priese Tigerlillies drauf, addiere die Ausstrahlung einer kleinen Supernova, würze die Musik mit bezauberndem Charisma und dem nachbarschaftlichen Charme einer lange gewachsenen Freundschaft, nehme das Ganze hoch Spaß im Bierglas… und man ist noch nicht einmal dicht dran, an der verzückenden Dynamik der Kapelle Herrenweide!
Gegründet 2006 in Hamburg traten die Kapellmeister Ralf Kornmann (Gesang, Gitarre, Trompete, Quetsche), Thomas Volgmann (Schlagzeug), Sönke Tongers (Gitarre, Bass, Mandoline), Sebastian Schirber (Bass, Trompete) und Jakob Compes-Bast (Quetsche, Mandoline, Gitarre) innerhalb von vier Jahren ihren ureigenen Siegeszug durch ihre Wahlheimat Hamburg an.
Kaum ein Club oder Straßenfest wollte die unwiderstehlich tanzbare Melange aus Nachdenklichkeit, guter Laune und geballter Faust auf seiner Bühne missen, versprechen doch die Konzerte des Quintetts ein volles, und ausgelassen feierndes Haus.
Presse und Publikum sind sich einig: Hier schiebt zwischen Einflüssen osteuropäischer Folklore, dem unbeugsamen Do-It-Yourself Geist des Punk, dem tanzbaren Offbeat von Ska-Konzerten und der klugen, unverkopften Empathie eines weisen Songwriters eine neue Kategorie Band ihre Knospe durch den harten Asphalt, um außergewöhnliche Blüten zu treiben.
Es ist mehr als erstaunlich, doch die Kapelle Herrenweide funktioniert an den unwahrscheinlichsten Orten und in den unglaublichsten Kombinationen: Ob in voller Bühnenbesetzung als fulminanter Opener von Bands wie Katzenjammer oder LaBrassBanda, halbakustisch auf den Harley Days, vor der Kulisse des von motorradfahrenden Rockern übersäten Hamburger Spielbudenplatzes, im gediegenen Ambiente des Deutschen Schauspielhauses, auf dem weltbekannten Hafengeburtstag oder im Rahmen großer Festivals wie der Fusion – stets hinterlässt das Quintett ein begeistertes Publikum.

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