Klaus Illgen

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Gestutzte Eiche
von Hermann Hesse

Wie haben sie dich, Baum, verschnitten,

Wie stehst du fremd und sonderbar!

Wie hast du hundertmal gelitten,

Bis nichts in dir als Trotz und Wille war!


Refrain:

Geduldig neue Blätter treib ich

Aus Ästen hundertmal zerspellt,

Und allem Weh zu Trotze bleib ich

Verliebt in die verrückte Welt.


Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,

Gequälten Leben brach ich nicht

Und tauche täglich aus durchlittnen

Roheiten neu die Stirn ins Licht.


Refrain: Geduldig neue Blätter treib ich […]


Was in mir weich und zart gewesen

hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,

Doch unzerstörbar ist mein Wesen,

Ich bin zufrieden, bin versöhnt,


Refrain: Geduldig neue Blätter treib ich […]

 
Wettbewerbstitel #2

Saitensprünge (Text: Klaus Illgen)

Kopfhörer auf, Sänger live, in den Ohren
kein Fluss, kein See, kein Baum, ein Schreibtisch nur,
ein Füller, eine Hand, ein Arm und eine Uhr
ein Kopf, ein Gedanke von mir, ich, hier
ein Zimmer eine Lampe, ein Licht nicht lichterloh

Refrain:

ich nenn es Saitensprung
nur Mut zur Lücke
ich singe ohne Noten
spiele Saitensprünge
… mit „ai“

viele Bücher, Studium, Gott und die Welt,
kein Traum, ein Traum auf beiden Füßen fest
das Herz in der Hand, viel, wenig und bunt
eine Seifenblase nur, kein Mut und doch tut´s gut

Refrain:

keinen Kopfhörer auf, heut Nacht, Sänger live,
in den Ohren, im Kopf, im Herz und im Leib
ich bin ein Sänger, sing und schreibe dir
mein eigenes Lied von der Begegnung mit dir

Refrain:

 
Wettbewerbstitel #3

Hesse-Zweiklang (Text: Zwei Gedichte von Hermann Hesse: Harte Menschen und Blauer Schmetterling)

Wie ist euer Blick so hart,
Will alles versteinen,
Ist nicht der kleinste Traum darin,
Ist alles kalte Gegenwart.

Mag denn in eurem Sinn,
Gar keine Sonne scheinen?
Und müsset ihr nicht weinen,
Daß ihr nie(mals) Kinder wart?

Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perlmutterner Schauer,
Glitzert, flimmert, vergeht.

So mit Augenblicksblinken,
So im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, vergehn.

Wie ist euer Blick so hart,
Will alles versteinen,
Ist nicht der kleinste Traum darin,
Ist alles kalte Gegenwart.

Mag denn in eurem Sinn,
Gar keine Sonne scheinen?
Und müsset ihr nicht weinen,
Daß ihr nie(mals) Kinder wart?

Worte

Der Liedermacher Klaus Illgen, geboren in Wilhelmshaven und aufgewachsen in Friesland verbindet in seiner Musik nachdenkliche Texte und einfühlsame Vertonungen von klassischen Gedichten und eigenen Gedanken in beeindruckender Weise.
Tief im Inneren berührt er dabei seine Hörer. Sie können sich treiben lassen in nachdenklichen, balladesken und melodischen Liedern und Gedichten. Gefühlvoll schwingen dabei Gitarrensaiten und Stimme durch das Ohr in die Tiefen der lauschenden Menschen.
Dort können sie Bilder aus Vergangenheit oder Gegenwart aufstöbern.
Und vergessen geglaubte Gefühle klopfen leise an die Kellertür.
Während seiner Konzerte versucht Klaus Illgen den Kontakt zu den Hörern zu suchen und aufzunehmen. „Dabei sehen die Leute ihre eigenen Bilder, ihren eigenen Alltag und ihre eigenen Erinnerungen“, sagt er.
Seit seinem dreizehnten Lebensjahr entwickelt er Lieder auf der Gitarre, ohne Noten lesen zu können. Im Kopf sind Ton und Melodie irgendwie gesammelt.
Mit Melodie und Text versucht er die Menschen auf seine Art anzusprechen, ihnen hier und da auch Mut zu machen. Dabei sind ihm die kleinen Worte, die aber doch das ganz große zur Sprache bringen, bedeutend. Er möchte dabei keine Lösungen anbieten, aber eine Bestandsaufnahme möglich machen. In seinen tapferen, schönen und einfühlsamen Liedern möchte er die Sprachlosigkeit im Dialog mit sich selbst überwinden.

Fotos

Video

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Gästebuch

#2 Sabine schrieb am 14.03.2016

.....wunderschön!

#1 Andrea schrieb am 27.02.2016

Immer wieder schön, deine Musik!

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