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Lindenberg-Musical in Greifswald - "Hinterm Horizont macht Schule"
Musikalische Fortführung des Geschichtsunterrichts: Schüler bei der Probe von "Hinterm Horizont". Foto: picture-alliance/dpa/Wüstneck

 

Die Liebesgeschichte zwischen Udo und Jessy ist auch ein Stück deutsche Zeitgeschichte: "Hinterm Horizont" erzählt vom Streben nach Freiheit in der DDR. 80 Schülerinnen und Schüler aus Greifswald haben ein Jahr ihre Version des Musicals geprobt. Am 20. Juni ist Premiere.

Die Aufführung ist Teil des Projekts "Hinterm Horizont macht Schule" der Udo Lindenberg Stiftung. Während des Projekts beschäftigen sich die Schüler im Unterricht intensiv mit der Zeit der deutschen Teilung. Das Musical erzählt die Liebesgeschichte zwischen Udo Lindenberg und der Ost-Berlinerin Jessy. Dabei geht es auch um das Streben nach Freiheit und die Unterdrückung von Andersdenkenden in der DDR.

Historische Hintergründe kennengelernt

Durch das Projekt "Hinterm Horizont macht Schule" lernten die Schüler der Caspar David Friedrich Schule und der Integrierten Gesamtschule Erwin Fischer im Unterricht das politische System der DDR kennen. Sie sprachen dabei auch über die gesellschaftlichen Auswirkungen der SED-Diktatur. Die Materialien wurden von der Bundeszentrale für Politische Bildung in Zusammenarbeit mit der Udo Lindenberg Stiftung und dem Musical-Veranstalter Stage Entertainment entwickelt.

Spurensuche in Greifswald

Der Geschichtsunterricht ging nach Schulschluss weiter. Einige Jugendliche suchten für das Projekt in den vergangenen Wochen nach Spuren der DDR-Geschichte in Greifswald. Sie befragten Lehrer, Eltern und andere Zeitzeugen. Die Interviews hielten sie auf Video fest. Die dabei entstandenen Filme werden während der Aufführung in Greifswald auf die Bühne projiziert.

Für viele Schüler war es das erste Mal, dass sie sich über die Zeit der deutschen Teilung informierten.

Neue Talente entdecken

Bei den Proben haben professionelle Musiker die Schüler unterstützt. Einer von ihnen ist Noah Fischer, der künstlerische Leiter des Projekts in Greifswald. Fischer spielt Saxophon in der Band, die das Original-Musical in Berlin begleitet.

"Wir wollen den Schülern hier neue Horizonte eröffnen", begründet Fischer sein Engagement. Die Schulen seien sogenannte Brennpunktschulen, viele Jugendliche seien sozial benachteiligt.

Ein erfreuliches Resultat: Einige entdecken durch das Projekt neue Talente, sei es als Schauspieler, Sängerin, Journalist oder Bühnenbauerin. Fischer: "Die Schüler müssen für das Projekt Grenzen überwinden, frech sein, sich einbringen." Das wirke sich positiv auf die Entwicklung der Jugendlichen aus.

Quelle: Pressemitteilung der Bundesregierung vom 19. Juni 2015