Lucie M. und das TRIBUNAL DES ESCARGOTS

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Alles ist schön, die Sonne scheint
das zieht beherzt an mir vorbei

Dein Kaschmirmantel ruft mich an
und fragt mich, wie es geht.
ich sag ihm kreuzweise, dass er mich mal kann.
(Er kommt mindestens einen Sommer zu spät.)

HM - HM - HM

Dein neuer bester Freund ist hier -
du sorgtest dich um mein Wohl und Übel-
gibt mir Butterbrezel und Bier
(die Butter schmeckt nach Zwiebel).

Alles ist schön , die Vögel singen,
während in meinem Kopf deine letzten Vokale klingen:
Oh oh oh - Ah ah ah - Hm hm hm hm...

Ich schreibe deinem Haus einen Brief,
aber er wird nicht so wie ich es wollte,
ich mal dir Wasser, es gerät mir zu tief
(und fließt nicht dorthin, wo es sollte.)

Alles ist schön, die Blumen blühn,
ich laufe drüber (aus Versehen!)

Dein alter Hut hat mich gestern
nach meinem neuen Leben gefragt
ich hab ihm aber im Grunde
gar nichts neues gesagt.

HM-HM-HM

In unserem alten Blumenbeet,
da scheint es, als ob nichts mehr geht,
ein Wurm sitzt drin und kommt nicht raus
und frisst uns jede Wurzel auf.

Nichts ist schön, ich muss jetzt gehn,
der Himmel weint und die Sonne scheint
und ich möchte den Anfang
des Regenbogens sehn!

 
Wettbewerbstitel #2

Du sagst: “wir kennen uns noch nicht lange.”
Ich sag: “stimmt.”
Du sagst, trotzdem hast du das Gefühl, dass-
Ich sag: “stimmt.”
Und dann winkst du ab, ich lache,
und was ich danach mache…

Das will ich nicht laut singen,
denn es würde für außenstehende notgeil klingen.

Ich sage: “hoch lebe die freiheit!”
da sagst: “stimmt.”
Ich sag: “aber mit dir will ich-”
du sagst: “stimmt.”
Und dann wink’ ich ab, du lachst,
und was du danach machst…

Das will ich nicht laut singen,
denn es würde für aussenstehende spießig klingen.

Und dann schreib ich dir hinter’s Ohr:
“Wir wagen uns jetzt besser nicht zu weit vor.
Wie sieht denn das sonst aus,
was soll’n die andern denken,
wenn sie seh’n, dass wir uns
nur noch nacheinander verrenken?

Liebe macht blind und darauf wett ich,
das ist allen klar,
deshalb bleiben wir auf dem Teppich,
denn die Abgründe sind viel zu nah.
Und jeder kämpft für sich allein,
man kann sich ja von weitem winken,
aber wenn ich an dir hinge
und du würdest sinken,
müsst' ich ja mit dir ertrinken…”

Ich singe: “Bloß kein Risiko!”
Und wenn du mich fragst: “wieso?”
Sag ich: “Es geht halt nicht so tief
und ist auch --- nicht so schön,
aber wenigstens läuft man nicht Gefahr,
mit den Falschen mitzugehn.”

Kein Risiko…
Frag mich nicht wieso…
Bloß kein Risiko….
Frag mich bitte nicht, wieso.

Du sagst: “mal ganz hier im Vertrauen,
wenn wir ehrlich sind,
dann wissen wir, dass dieses Sicherheitsdenken
gewaltig hinkt.
Denn ohne Risiko kein Leben!”
Dann fragst du mich ganz verwegen:
“Läufst du bitte mit mir
ein bisschen blind dem Strom entgegen?”

Ich sage: “das wollt’ ich nie sagen, aber:
alles stimmt.”
Und dann platzt aus mir raus: “Ich weiß,
dass hier was ganz, ganz, ganz Großes beginnt.”
Und alle Hände überm Kopf rufen:
“Ihr müsst es besser wissen!”
Ich sag: “Ja, ich weiß, schon klar, 
aber ganz ehrlich: drauf geschissen!”

 
Wettbewerbstitel #3

Ich bin die wildeste Wutz der Vertikale,
ich werfe eure verdammten Leben in Schale
und ehe ihr euch noch verseht,
hab ich eure Bosheiten weggeweht.

Ich bin das rotzigste Reh in der Radiosphäre,
ich strafe euren Krieg mit gähnender Leere,
ich koche euch Kaffee so stark wie sonst keiner
und schlürf’ eure Stiche kleiner und kleiner.

Wenn das rotzigste Reh den Löffel ergreift
und damit nicht ganz zufällig die Wildwutz streift,
dann brechen die wuchtigsten Wälle und Dämme
und die Steckenpferde verlassen die Klemme -
hoch auf das Dach wo die Taube dem Spatz die Hand schüttelt,
während das Trüffelschwein an den Grundpfeilern rüttelt,
bis die goldenen Stangen, die alle umzäunen
zu Staub zerfall'n und das Feld für uns räumen...

Ich bin der fickrigste Fink im Forellenteich
und ich mache jeden dem Erdboden gleich,
der das Glitzern der Sonne im Wasser verneint,
dass sie mühsam für uns durch die Wolken scheint.

Ich bin der pickligste Pilz im Prinzessinnenwald
und wer jetzt nicht lacht, den mach ich kalt -
Das ist eine Klampfansage
an die trüben dunklen Tage!

Worte

In ihren Liedern nimmt Lucie Mackert spitzzüngig und sprachspielerisch die Fährnisse des Alltags aufs Korn - ihre deutschsprachigen Songs verbinden Tiefgang mit charmantem Witz. Thomas Maos hat diese Lieder in Arrangements gepackt, die es dem Zuhörer unmöglich machen, die Band in eine Schublade zu stecken: Da rumpelt das Euphonium mit dem Schlagzeug wie in einem Zirkuszelt durchs Lied, dann erklingen sphärisch-elektronische Klänge, die wiederum von Mariachiartigen Gitarrensolos á la Tarantino abgelöst werden. Langweilig wird es bei diesem wilden Mix aus, Pop, Chanson, Zirkusmusik und Rock mit poetischen Texten und der dringenden Einladung zum Mitgrooven jedenfalls nicht.

Lucie Mackert, Singer / Songwriterin, Multi-Instrumentalistin und Schauspielerin schreibt deutschsprachige Songs und hat bereits mehrere Preise für ihre Texte, Songs und Live-Performance als One-Woman-Band bekommen ( u.a. den 1.Preis in der Publikumswertung beim Liedermacherfestival "Hoyschrecke" in Hoyerswerda 2015). 2014 spielte sie solo auf dem Stadt-Land-Rock-Festival der Süddeutschen Zeitung und wurde von derselben auch zur "Band der Woche" gekürt.
Als freie Schauspielerin war sie zuletzt im Theater Gütersloh, dem Zimmertheater Tübingen, dem Staatstheater Karlsruhe, den Ruhrfestspielen Recklinghausen, der fliegenden Volksbühne Frankfurt und dem Schauspiel Frankfurt zu sehen. Sie arbeitet als Sprecherin für ARTE und den Hessischen Rundfunk

Thomas Maos, Gitarrist und Komponist arbeitet an der Schnittstelle von Pop, Performance und experimenteller Musik. Als Künstler entwickelt er seit 20 Jahren mit Musikern, Schauspielern, Projektionskünstlern, Tänzern und Schriftstellern interdisziplinäre Projekte.
Der mit mehreren Stipendien ausgezeichnete Musiker hat 1999 das internationale CAMP Festival für gegründet. Das Festival war mehrfach im Ausland zu Gast und 2013 auf der Kunstbiennale in Venedig.

Uli Sobotta studierte klassische Gitarre und ist seit 1984 als Euphoniumspieler und Gitarrist in verschiedenen Bands und alternativen Blaskapellen, sowie als Solist zu hören. Er komponiert und spielt Musik für Theaterproduktionen, Hörspiele und Lesungen. Uli Sobotta ist Mitglied der Musikerinitiative Bremen e.V. und dort Mitorganisator der Konzertreihe Improvisationen. Seit 2013 hat er einen Lehrauftrag für Improvisation und Kommunikation an der Hochschule für Kunst und Musik Bremen.

Julian Konzmann, Drummer und Bandcoach. Mit 14 Jahren das erste mal auf Tournee durch Deutschland, jedoch noch als Percussionist. Zur Zeit bespielt er sämtliche Festivals in Deutschland und Europäischen Ausland mit seiner alternative Rockband „Tune Circus“ die, 2007 als beste Newcomer Band und 2008 mit Ihrem ersten Album „Perpetual Music Machine“ den Deutschen Rock und Pop Preis gewannen.

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