Null

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Unruh

Um 5 Uhr morgens
macht der Schlaf die Lichter an und geht
Dreht sich nicht noch einmal um
Stellt das Laufrad an, das ächzend sich im Leerlauf dreht
Genauso wie meine Unruh

Abends zieht Schlaf mit seinen Träumen durch die Welt
Verschwendet weder Wort noch Gefühl
Testet aus, wie weit die Nerven tragen
Genauso wie meine Unruh
Und wenn er sich dann zu mir legt
Dann nur weil sich das Mitleid in ihm regt
Und zittert

Meine Unruh brennt mich aus
Aber was wär ich schon ohne sie

Wenn ich einmal am Abend so müde wär wie am Morgen
Dann wäre ich wohl nicht mehr ich
Und mit all den Dämonen wär wohl auch der Zauber fort
Drum lauf ich, obwohl ich längst nicht mehr kann
Weiter rauf auf den Berg
Und brülle mir mit Schlafliedern die Stimme aus dem Leib

Meine Unruh brennt mich aus
Aber was wär ich schon ohne sie

Ich hab es gefunden, ganz unten am Grund
Das kleine Uhrwerk
Habs mit letzter Kraft gestoppt
Und schon hält ne Ruhe in mir Einzug
Die ich nie für möglich hielt
Und schwer sind die Lider
Gute Nacht

 
Wettbewerbstitel #2

Hallo Boden

Komm mir nicht schon wieder so nah
Sei so lieb und bleib dort stehen
Am schönsten wärs wenn du dich umdrehst
Ohne ein Wort und gehst

Hallo Boden alter Freund
Hab dich doch gestern erst gesehn
Und hab dich gar nicht so vermisst
Nimm deine Hände weg

Die Unruh peitscht mich durch meine Welt
Zwingt mich endlich aufzustehen
Sie sägt an Ästen, zündelt an Brücken rum
Nagelt Türen zu
Und drum muss ich jetzt hinterher

Hallo Boden alter Freund
Hab dich doch gestern erst gesehn
Und hab dich gar nicht so vermisst
Nimm deine Hände weg

Ich war viel zu lang in deinem Arm
Viel zu lange nur auf dich fixiert
Viel zu lange hier, bei dir, am Boden

Hallo Boden alter Freund
Hab dich doch gestern erst gesehn
Und hab dich gar nicht so vermisst
Wolltest du nicht grade gehen

 
Wettbewerbstitel #3

Meermittag

(Text: Hermann Hesse, November 1902. Originaltext aus Hermann Hesse – Die Gedichte, Suhrkamp Verlag, Frankfurt. Erste Auflage 1977, Seite 222. Wiederholungen und leichte Kürzung von Johannes Molz)

Das ist so süß wie Traum und Tod:
Von Glut und Stille müd und schwer
Zu ruhn in einem Fischerboot
Im herben Duft von Salz und Teer.
Der kurzen Pfeife Wolkenspiel
Folgt lang das Auge ohne Ziel,
Bis es gebannt und müde ruht
In blauer Mittagssonnenglut.

Dein Herz, so wild es sonst gebrannt,
Wird wieder still

Die Flut in träumerischem Spiel
Verlecht mit dumpfem Laut am Kiel;
Das schlaffe Segel feiert leer
Die Netzeschnur schleift hinterher.

Da segeln hoch in stetem Ziehn
Die weißen, losen Wolken hin,
Fernher mit kaum gehörtem Pfiff
Gibt Kunde seiner Fahrt ein Schiff.

Dein Herz, so wild es sonst gebrannt,
Wird wieder still

Die Flut in träumerischem Spiel
Verlecht mit dumpfem Laut am Kiel;
Das schlaffe Segel feiert leer
Die Netzeschnur schleift hinterher.

Und alles, was dich sonst bewegt,
Und alles, was in Glück und Weh
Dir irgendwann das Herz erregt,
Ruht tief und schlummert in der See.

Worte

Null ist das musikalisch-literarische Mischprojekt eines Regensburger Musikers und Produzenten.

Das Buch "Hallo Boden" ist eine Tour de Force über Berge, die aus dem Boden sprießen und die Unruhe, die in uns allen wohnt, und wird von einem Album komplementiert, das diese Geschichte musikalisch nacherzählt. Die 190-seitige Novelle bewegt sich zwischen Walter Moers und einem nachdenklichen Douglas Adams.

Musikalisch tanzt Null auf der Grenze zwischen Prog und Pop. Während das Album groß orchestriert und breit produziert ist, ist Null auf der Bühne eine schonungslos intensive One-Man-Show mit Bariton-Akustikgitarre und Loopstation.

Fotos

Video

Gästebuch

Es sind noch keine Einträge vorhanden. Sei der Erste!

Neuen Eintrag verfassen