Ron Diva

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Stunde für Stunde

es ist Freitagabend
bzw und schon nach Mitternacht
ein wahnsinnig teures Hotel
sie haben’s gut gemeint mit mir

ich mach das Fenster auf
der Fluss rauscht unten vor der Tür
hier ist reichlich an zu trinken
und noch genug Platz neben mir

schreib dir eine doppelte sms
will dich anrufen so gern
doch ich weiß nicht, ob du schon schläfst
vielleicht siehst du noch fern

ich will deine Stimme hören
würd dich gern fragen, wie’s dir geht
und dir erzählen, wie nervös ich war
und ob’s den Leuten hier gefiel

ich bin morgen wieder auf dem Heimweg
und dann komm ich Stunde für Stunde
wieder näher zu dir

ich seh hier keine Rauchmelder
zünd in Gedanken Teelichter für dich an
und das Herz wird mir so schwer
ich bin love stoned wie du sagst

ich spiel kurz mit dem Gedanken
hier die Minibar abzuräumen
doch dann lass ich’s ziemlich schnell bleiben
ist vielleicht bisschen viel Rock'n'Roll für mich allein

ich bin morgen wieder auf dem Heimweg
und dann komm ich Stunde für Stunde
wieder näher zu dir
ich bin morgen wieder auf dem Heimweg
und somit Stunde für Stunde
wieder näher bei dir

doch hier und jetzt hilft das nicht weiter
ich würd so gerne, dass du weisst
wie ich mich fühle wegen dir
doch wer kann sagen,
wo das hinführt

ich lösch das Licht und zieh die Tür ran
dann steh ich draussen auf’m Flur
alle anderen Gäste schlafen schon
im Aufzug hängt die Speisekarte

ist schon komisch, wie viel Dinge
mich erinnern in der Nacht
an so manchen Blick von dir
der mich gleichzeitig glücklich und traurig macht

ich bin morgen wieder auf dem Heimweg
und dann komm ich Stunde für Stunde
wieder näher zu dir
ich bin morgen wieder auf dem Heimweg
und somit Stunde für Stunde
wieder näher bei dir

 
Wettbewerbstitel #2

Song für Klavier

aus den Augen fast verloren
dann hab ich mich beeilt
die Jacke an, in die Schuhe rein
dann war es nicht mehr weit

hab so oft davon geredet
als das Licht in’s Fenster schien
und wenn draußen alles dunkel war
dann konnt’ ich’s nicht mehr sehen

es ist weit, weit, weit, weit mehr
als du dir in deinen Träumen vorstellen kannst

so vieles, was im Weg lag
und am größten meine Angst
daß die ungelernte Stimme
nicht für so was langt

ein paar hundert Kilometer
manchmal auch 3x so viel
vielleicht werden sie mich belohnen
und am Ende applaudieren

es ist weit, weit, weit, weit mehr
als du dir in deinen Träumen vorstellen kannst

ganz egal, was sie dir sagen
halte fest an dem, was dir
all die Jahre deinen Atem
und deinen Herzschlag dirigiert

ganz am Ende wirst du wissen
es gibt mehr als einen Weg
und den deinen wirst du finden
wie die Erde sich auch dreht

es ist weit, weit, weit, weit mehr
als du dir in deinen Träumen vorstellen kannst

 
Wettbewerbstitel #3

Lass es scheinen

hast du je hoch auf dem Dach der Welt
all das schöne gesehen
und keine Fragen gestellt
und so weit, so weit wie das Auge reicht
all die Ängste verloren
und von allem befreit

ich bin hier, wo bist du
ich hab ein Wort, so hör mir zu
und dann trockne die Tränen,
ich stimm ein Lied für dich an

lass es scheinen

hast du schon in stürmischer Zeit bei Nacht
all die Winde gespürt
und was das mit dir macht
und weißt du, ob am Ende des Lebens dann
jede Rechnung bezahlt
und beruhigt dich das dann

ich bin hier, kommst du mit
wir gehen nach vorne, Schritt für Schritt
genau dorthin wo die Erde sich dreht

lass es scheinen

wie weit, oh weit
sag, kann ein Mensch hinaus
mag sein, es so sein
hoch kann ein Mensch hinauf
es wird irgendwo, irgendwann
ich weiß, es wird gut irgendwann

wir kommen her, und was ist dann
Tag für Tag, ein Leben lang
auf der suche nach dem, wo das alles begann

die Stadt legt sich in ein Farbenmeer
und ein Kind, das dich fragt,
wo kommen all diese Farben her

lass es scheinen

Worte

In Ostwestfalen, wo sich sanftes Bergland und weite Felder bis zum Horizont erstrecken und die Natur den Menschen eine ruhige Gelassenheit verleiht, hat Ron Diva sein Zuhause. Der beschauliche Kurort Bad Salzuflen hat bereits Songwriter wie Frank Spilker (Die Sterne), Jochen Distelmeyer (Blumfeld), Bernd Begemann und Bernadette La Hengst (Die Braut haut ins Auge) hervorgebracht. Sie alle haben ihre musikalische Perspektive in Hamburg gesucht, wo sie Anfang der 90er Jahre die sogenannte „Hamburger Schule“ ins Leben riefen.

Ron Diva jedoch lebt weiterhin in dieser vermeintlichen Abgeschiedenheit jenseits der hektischen Großstädte. Er hat zuletzt immerhin den Schritt ins benachbarte Bielefeld, in den „Westen der Stadt“, unternommen. Dort in der sogenannten „Metropole“ Ostwestfalens und in der dennoch naturbelassenen Umgebung hat er Inspiration zu seinem zweiten Album gefunden. Dunkle Dramatik, Verzweiflung, hoffnungsvolle Selbstreflexion, Urbanität und die unberührte Natur spiegeln sich in seinen Songs wider. Die emotionalen Berg- und Talfahrten seiner melancholischen Musik gehören in genau diese Umgebung und sind doch bereit für die Clubs der Metropolen. Sie thematisieren die vermeintlichen Kleinigkeiten und die großen Dinge.

Introvertierte Songperlen, in denen die deutschsprachigen Lyrics im Mittelpunkt stehen. Mit akustischer Gitarre in der Hand und einer vorzüglichen, elektrifizierten Band im Rücken erzählt er von vertrauter Zweisamkeit und Isolation, von unverstellten Gefühlen und der Liebe zur Musik.

Es ist erstaunlich wie stilsicher sich Ron Diva mit seinem Gitarren-Pop zwischen Tom Petty, Gisbert zu Knyphausen, Blumfeld, Neil Young, Bruce Springsteen oder – ja tatsächlich - den Beatles bewegt. Er ist ein junger Mann, der mit der Plattensammlung seiner Eltern aus den 70ern sozialisiert wurde, den Britpop der 90er Jahre verinnerlicht hat und doch wie selbstverständlich im Hier und Jetzt angekommen ist.

Die wunderbar arrangierten Stücke erlauben mit ihrer Intensität einen tiefen Blick in seine Seele und sorgen für wohlige Gänsehaut. Mit Soul im Herzen, Groove im Handgelenk und einer entwaffnenden Ehrlichkeit sieht Ron Diva die Welt mit romantisch-melancholischen Augen und predigt die Lehre der reinen Emotionen auf eindringliche Art und Weise.

All das muss man sich hierzulande erst einmal trauen. Aber manchmal wird Mut belohnt. So erhielt der Songwriter 2009 - noch vor der Veröffentlichung seiner ersten CD - eine Einladung von Ina Müller und spielte gemeinsam mit ihr in der Sendung „Inas Nacht“ seinen Song „Sonnenschein“. Die Resonanz auf seine Musik ist seit der Ausstrahlung in der ARD und dem NDR Fernsehen überwältigend.

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