RostLos

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Text und Musik: Elias D. Bolo; Arrangement: Martl Slowhand/Elias D.Bolo

Von Anfang an
wussten wir’s
hatten wir’s vor unsren Augen
konnten es nicht übersehen
und dann ist’s ja auch geschehen,
und dann ist’s ja auch geschehen.

1. Was waren das für große Zeiten
man konnte „Heil Hitler“ schrei‘n
wer wollte, konnte in Uniform schreiten
und der Jude war ein Schwein.

Von Anfang an
wussten wir’s
Hatten wir’s vor unsren Augen
konnten es nicht übersehen
und dann ist’s ja auch geschehen,
und dann ist’s ja auch geschehen.

2. Nur Arier waren da auch Menschen
Die Herrenmenschen wurden sie genannt
Bis zum Heldentod durften diese kämpfen
die Untermenschen, die hat man verbrannt.

Von Anfang an
wussten wir’s
Hatten wir’s vor unsren Augen
konnten es nicht übersehen
und dann ist’s ja auch geschehen,
und dann ist’s ja auch geschehen.

3. Millionen Menschen mussten sterben
auf dem Schlachtfeld und im KZ
auch heute hören wir sie wieder werben
sie sagen, für einen guten Zweck.

Von Anfang an
wissen wir’s
Haben wir’s vor unsern Augen
können es nicht übersehen
und dann wird’s ja auch geschehen,
und dann wird’s ja auch geschehen.

4. Sie brüllen: Flüchtlinge und Ausländer weg
Sie finden wieder Gehör in unserm Land
Sie schütten über uns ihren Dreck
Faschismus ist’s, in neuem Gewand!

Von Anfang an
wissen wir’s
Haben wir’s vor unsern Augen
wollen es nicht übersehen
dann wird‘ s auch nie mehr geschehen,
dann wird’s auch nie mehr geschehen!

5. Auch wenn es Vielen nicht gefällt
wir sagen diesmal: Nein!
Wir stehen für die eine Welt
in der jeder Mensch auch Mensch kann sein.

Von Anfang an
wissen wir’s
Haben wir’s vor unsern Augen
wollen es nicht übersehen
dann wird’s auch nie mehr geschehen,
dann wird’s auch nie mehr geschehen,
dann wird’s auch nie mehr geschehen.

 
Wettbewerbstitel #2

Wieder im Leben
(Text und Musik: Elias D.Bolo; Arrangement: Martl Slowhand)

(ein Lied im bayrischen Dialekt - in Klammern der Versuch einer Übertragung ins Hochdeutsche)

Wieder im leben (Wieder im Leben)
Und koana hod gseng (Niemand hat es bemerkt)
Neigrabn ins leben (zurück ins Leben gegraben)
Wo nix war ois nacht (obwohl überall nichts war als Nacht)
Und wieda im leben. (wieder im Leben)

1
Koana hots g‘seng (Wirklich niemand hat es bemerkt)
Ganz aloa , ganz aloa (ganz alleine, ganz alleine)
Und niemand is do (niemand ist da)
Jede nacht kriacht da Tod (Jede Nacht kriecht der Tod)
nei ins hirn (ganz langsam in Kopf und Hirn)
Machts hoaß und machts koit (er macht heiß und kalt zugleich)
machts leer und machts schwer (er macht alles leer und alles schwer)
Du konnst kaum no schnaufa, (das Atmen fällt dir unendlich schwer)
di kaum no bewegn (jede Bewegung fällt dir schwer)
Dei Haut is ganz noß (deine Haut ist nass)
von oben bis unt‘ (überall, von oben bis unten)
und denkst (und du hast nur einen Gedanken)
jetz is aus mit m lebn (jetzt ist dein Leben zu Ende)

R
Wieder im leben (Wieder im Leben)
Und koana hod gseng (Niemand hat es bemerkt)
Neigrabn ins leben (zurück ins Leben gegraben)
Wo nix war ois nacht (obwohl überall nichts war als Nacht)
Und wieda im leben. (wieder im Leben)

2
Koana hot gschaut (Niemand sieht hin)
Aloa , ganz aloa (du bist alleine, ganz alleine)
Und niemand is do (wirklich niemand ist da)
Und dei hirn werd zerfressen (dein Hirn wird Stück für Stück zerfressen)
nei ins schwarz (der Weg führt ins tiefste Schwarz)
es riacht wiast de schamst (man kann es riechen, wie du dich schämst)
du hoitst das ned aus (es ist nicht zum Aushalten)
an Hois schnürts da ob (es schnürt dir den Hals ab)
de Angst nimmt dir ois (die Angst nimmt dir alles)
as lebn no dazua (zuletzt eben auch das Leben)
as lebn no dazua (zuletzt eben auch das Leben)
und denkst (und dein einziger Gedanke ist)
jetz is aus mit m leben (jetzt ist dein Leben zu Ende)

R
Wieder im leben (Wieder im Leben)
Und koana hod gseng (Niemand hat es bemerkt)
Neigrabn ins leben (zurück ins Leben gegraben)
Wo nix war ois nacht (obwohl überall nichts war als Nacht)
Und wieda im leben. (wieder im Leben)


3
Und do woost as (Und gerade dort)
am wenigsten moanst, (wo du es am wenigsten vermutest)
hörst hinten im eck (hörst du von weit entfernt)
wias leise schreit (wie es ganz leise schreit)
bleib doch do (bleib doch da)
mia wolln dass du lebst (wir wollen. dass du lebst)
bleib do, bleib doch do (wir sagen dir inständig, bleib doch da)
grod dich brauch ma no (gerade dich brauchen wir noch)
bleib doch do bleib doch do (bleib doch da, bleib doch da)
de Augn kenna schaugn (da können die Augen plötzlich wieder sehen)
des hirn des taut auf (das Hirn taut Stück für Stück auf)
und denkst (und du denkst und fühlst es)
Bin wieda im lebn (ich bin wieder im Leben)

R
Wieder im leben (Wieder im Leben)
Und koana hod gseng (Niemand hat es bemerkt)
Neigrabn ins leben (zurück ins Leben gegraben)
Wo nix war ois nacht (obwohl überall nichts war als Nacht)
Und wieda im leben. (wieder im Leben)

4
Nach vorn geht des Denken (Nach vorne geht das Denken)
Wo nix war ois Angst (wo zuvor die Angst alles beherrschte)
Do konns no so koit sei (Da kann es noch so kalt sein)
Und ois gega di (alles kann gegen dich stehen)
A du bist as wert (Gerade auch du bist es wert)
Auf di wart as lebn (gerade auf dich wartet das Leben)
Dei Inners hast gfundn (du hast dein Innerstes gefunden)
Konnst aufrecht jetzt stehn (aufrecht kannst du jetzt stehen)
Und endlich (und endlich)
zum Leben gehn (zum Leben gehen)
und gehn und gehn (und gehen und immer weiter gehen)
und gehn und gehn (und gehen und gehen)
und gehn und gehn (und gehen und gehen)
und gehn (und gehen)

 
Wettbewerbstitel #3

Büchersoirée
(Text: Hermann Hesse
Musik: Martl Slowhand – Elias D. Bolo)

(Wir haben zwei Gedichte von Hermann Hesse in Beziehung gesetzt, verbunden mit einem kurzen Zwischentext: Soirée aus dem Jahr 1902 und Bücher aus dem Jahr 1918)

Man hatte mich eingeladen,
Ich wußte nicht warum;
Viel Herren mit schmalen Waden
Standen im Saal herum.

Es waren Herren von Namen
Und von gewaltigem Ruf,
Von denen der eine Dramen,
Der andre Romane schuf.

Sie wußten sich flott zu betragen
Und machten ein groß Geschrei.
Da schämte ich mich zu sagen,
Daß ich auch ein Dichter sei.

Und die Herren mit schmalen Waden
Stehen nur herum
Was soll man ihnen schon sagen
Sie reden lieber stumm.

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt -
Denn nun ist sie dein.
Denn nun ist sie dein.

Worte

Wir haben uns bei der Auswahl unserer Lieder von der Person Hermann Hesse und von dem für das er steht leiten lassen.

Deshalb und auch wenn wir auf die aktuelle Situation sehen, war es uns wichtig, an die erste Stelle das Lied „Von Anfang an“ zu stellen. Selten war es so wichtig wie jetzt an die Lehren der Geschichte zu erinnern.

Hermann Hesse waren lebensbeendende Gedanken nicht fremd. Auch wenn unser Lied „Wieder im Leben“ auf anderem Hintergrund entstanden ist, es hat für uns hier einen guten Platz gefunden.

Und schließlich wollten wir auch Hermann Hesse selbst zu Wort kommen lassen. Mit dem Lied „Büchersoirée“, das die Gedichte Soirée und Bücher verknüpft und sich so gegenseitig befruchten, stellen wir den augenzwinkernden Hermann Hesse, aber auch den in sich gekehrten, in die Tiefe gehenden, in die Mitte.

Wir freuen uns auf diesem Weg unsere Musik mit allen Hörern teilen zu können. Und wenn sie auch noch gefällt, freut uns das umso mehr.

Fotos

Video

Es ist kein Video vorhanden.

Gästebuch

Es sind noch keine Einträge vorhanden. Sei der Erste!

Neuen Eintrag verfassen