Sarah Lesch

Musik

 
Wettbewerbstitel #1

Nichts

1.
Komm, wir fahren zum Strand
Komm, wir leihen uns ein Zimmer
Und bleiben da für immer
Komm, wir liegen unter’m Schlafsack
Im schneeweißen Sand
Und fassen uns an, einfach, weil es nicht erlaubt ist
Komm wir sehen uns wie wir sind
Und sagen: „Ja bitte“
Die Welt ist was Schönes
Und wir sind die Mitte

Und wir brauchen nichts, gerade
Höchstens ein bisschen Leichtsinn und Mut
Der Rest wird von alleine gut
Und wir brauchen nichts, gerade
Höchstens ein bisschen Luft und Liebe

2.
Komm, wir fahren zum Strand
Komm, wir trinken ein Bier
Ich trink mich zu dir und du trinkst dich zu mir
Da wartet was Gutes
Und wir suchen den Anfang
Komm, wir fahren zum Strand
Komm, wir atmen uns an
Wo das Alte verblasst
Kann was Neues beginnen
Hey, du bist schön
Zeig doch mal von innen

Und wir brauchen nichts, gerade
Höchstens vielleicht
Ein Steuerrad zum Selberlenken
Und wir brauchen nichts, gerade
Außer der Erkenntnis
Dass wir mehr steuern, als wir denken

3.
Komm, wir machen Musik
Gleich da unten im Hafen
Und scheren uns nicht darum
Was Leute sagen, und schlafen
Im Schlafsack unter den Sternen
Und im besten Fall wärmen
Wir uns an der Version von uns
Die gerade oben liegt
Komm, wir fahren zum Strand
Komm, wir malen uns Bilder
In denen kein Mensch ewig wohnen kann

Und wir brauchen nichts, gerade
Höchstens ein bisschen weniger Luxus
Und mehr Leben
Und wir brauchen nichts, gerade
Außer vielleicht Vertrauen in das Schicksal
Und in das, was wir uns geben

Bridge:
Und alle deine Träume
Sehen gut an dir aus
Hey, die stehen dir brillant
Aber du nimmst sie ja leider meistens nicht mit nach Haus
Und wenn doch, dann bleiben sie im Schrank
Zusammen mit den Muscheln
Und dem restlichen Sand
Und ab und zu riechst du daran
Dann hast du schon wieder blasse Haut
Und erinnerst dich dann
Dass das man frei sein kann
Wenn man sich traut

4.
Komm, wir sitzen auf dem Dach
Komm, wir bleiben lange wach
Und machen uns statt Gedanken
Ein Bier und das Herz auf
Und dann sind wir innen und außen offen
Und die Liebe ist blind und taub und besoffen
Und wenn du Morgen früh ’nen Gefühlskater hast
Ich schreib dir ’ne Entschuldigung, egal für was
Komm, wir machen diese Firma auf
Die heißt: „Ja, Mann“
Komm, ich fahr dich zum Strand
Morgen früh kommen wir an
Wir rennen einfach los und denken nicht an die Landung
Und dann: mit schwabbelndem Speck in die Brandung

Und wir brauchen nichts, gerade
Höchstens ein bisschen Leichtsinn und Mut
Der Rest wird von alleine gut
Und wir brauchen nichts, gerade,
Höchstens ein bisschen Luft und Liebe
und ab und zu mal ’n Fischbrötchen

Text/Musik: Sarah Lesch

 
Wettbewerbstitel #2

Letzte Runde (Text/Musik: Sarah Lesch)

1.
Du fehlst auf meinem Telefon
Beim Klingeln und beim Wählen
Und an der Gitarre und
Du fehlst mir beim Erzählen
Beim Schimpfen beim Scherzen
Bei Magenschmerzen
Du fehlst meiner Haut
Meinem Hirn und dem Herzen
Auch Dinge, die weg sind, können schmerzen
Du fehlst mir beim Hin und Her
Und zurück
Du fehlst mir in Teilen
Und am Stück

Refrain:
Du sagst, Na gut
Und oder Aber laber laber
Und bestellst noch einen Wein auf unsre Zeit
Und ich sag, Hey
Wenn du’s mal warm brauchst, komm vorbei
Denn wie du weißt, zu meinem Zimmer ist’s nicht weit

2.
Du fehlst meiner Liebe
Und meinem Begehren
Du fehlst mir in vollen und auch in leeren
Zugabteilen, Haltestellen
Du fehlst mir im Kino
An peinlichen Stellen
Du fehlst den verschiedensten Körperteilen
Du fehlst mir beim Trödeln
Und beim Beeilen
Du fehlst mir beim Leuten
Den Weg beschreiben
Du fehlst mir beim Unter-
Und Übertreiben

Refrain:
Und du sagst, Weit,
Was ist schon weit, was ist schon weit
Wenn man nicht weiß, wohin man will
Und ich sag, Zeit, was ist schon Zeit
Was ist schon Zeit, wenn keine Zeit ist für Gefühl

3.
Du fehlst mir beim unnötig Geld ausgeben
Du fehlst mir im Traum und im richtigen Leben
Du fehlst in der Vor-, Nach- und Übergangszeit
Du fehlst ohne Absehbarkeit
Du fehlst meiner Ganz- und Zerrissenheit
Du fehlst mir alleine und zu zweit
Du fehlst ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Refrain:
Du sagst okay, und bezahlst die letzte Runde
Mit den Resten meiner Luftschlossfantasien
Nichts ist okay, ich seh dich an und denke dann
Ich glaube nicht daran, dass jemand was nicht kann
Nur dass jemand was nicht tut

Und du sagst, Weit, was ist schon weit
Was ist schon weit, wenn man nicht weiß, wohin man will
Und ich sag, Zeit, was ist schon Zeit
Was ist schon Zeit wenn keine Zeit ist fürs Gefühl

Du sagst, Gefühl, was ist Gefühl
Wenn es von hier reicht bis zum Mond
Und doch nicht reicht
Und ich sag, Herz, was will das Herz
Wenn es so leise geht, dass man es nicht versteht

 
Wettbewerbstitel #3

Plejaden (Text/Musik: Sarah Lesch)

1.
Du sagst, komm wir klauen uns Lebenszeit
und dann lieben wir uns ein paar Stunden
so, als wäre das Leben ein Glühwürmchen
und du hättest es erfunden
Und du sagst, schau mal hoch, das sind die Plejaden
Da komm ich eigentlich her
Und da vorn liegt mein Schiff aus Zauberpapier
Damit fahr ich uns dann übers Meer
Da wohnen wir dann in Palästen
Da gibt’s einen goldenen Garten
Wir leben von Rauchzeug und Liebe
Das wollen wir keinem verraten

Refrain 1:
Ach Heinrich dein Stolz ist ein Felsen
Und dein Lachen bringt mich wieder heim
Und solange du hier existierst auf der Welt
Bin ich nie wieder allein
Ach Heinrich, dein Herz ist ein Karussell
Und dein Wille aus Eisen gemacht
Und soweit ich weiß hat keine Seele je
So warm aus zwei Augen gelacht

2.
Und wann machen wir diese Reise?
Und wenn sie dich holen, was dann?
Du lachst lauter und leidest leise
Und mein Fragen kommt nicht bei dir an
Und so setzt du die Segel, und dein Schweigen ist lauter
als die Wellen die meterhoch schlagen
Und ich weiß wenn du schweigst, dann meinst du das so
Und ich will mich ja auch nicht beklagen
Also springe ich auf und wir fahren los
Und was mir wichtig ist, lass ich an Land
Denn man nimmt niemals
etwas mit auf ein Schiff
Das man nicht hergeben kann

Refrain2:
Ach Heinrich dein Stolz ist ein Felsen
Und dein Lachen bringt mich wieder heim
Und solange du hier existierst auf der Welt
Bin ich nie wieder allein
Ach Heinrich, dein Herz ist ein Karussell
Und dein Wille aus Eisen gemacht
Und soweit ich weiß hat keine Seele je
So warm aus zwei Augen gelacht

3.
Die Sonne geht unter und ein Sturm zieht herauf
Ich hab Angst vor der Flut
Das Meer reißt uns bald in die Tiefe
Du sagst immer noch, alles wird gut

Bridge:
Heinrich sag, hast du gelogen?
Sag mir dass das nicht stimmt.
Du hast es mit Hände zeigen geschworen
dass du ganz sicher weißt wie man schwimmt!
Und jetzt sind wir hier draußen auf deinem Schiff aus Papier
Schau, meine Füße sind nass
Und ich singe, ich sing ja so laut ich nur kann
Heinrich! Nun tu doch was!

Refrain 3:
Und wo sind denn jetzt nun die Paläste
Und hast du dir selber geglaubt?
Und die Lebenszeit du geklaut hast für uns
Ist nun schon längst aufgebraucht
Das Meer ist so dunkel, ach Heinrich, sag,
ist dort dieser goldene Garten?
Und du sagst: „Keine Angst, wenn wir
Sterben heut Nacht, dann zeig ich dir die Plejaden.“

Worte

Sarah Lesch, Liedermacherin

Der Grundton der Songs ist in der Mehrzahl zwar lässig bis sonnig, doch bei genauerem Hinhören entdeckt man nicht selten einen hemdsärmeligen Sarkasmus. Keine Frage: Sarah Lesch ist eine Liedermacherin, die verbal hinlangen kann: Ihre Lieder handeln von Liebe, Leichtigkeit und Friedensfrikadellen, aber auch von Heuchelei, Ausbeutung und Ignoranz. Irgendwo zwischen Multikultur, Globetrotter und fein gesponnenem Seemannsgarn, da findet man Sarah Lesch mit ihren Chansons.


Veröffentlichungen:

April 2015
"Lieder aus der schmuzigen Küche" (Debutalbum von 2012)

Oktober 2015
"Von Musen & Matrosen"





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“...Da singt eine gestandene Frau, die offenbar die Erfahrung der alleinerziehenden Mutter gemacht hat und doch ihre Mädchenträume niemals ganz bei-seite legen wird. Eine Frau, die Liebesgedichte von Brecht schätzt und selber eine starke lyrische Ader hat. Sarah Leschs Vortrag mit Gitarre atmet den Geist eines Hannes Wader, nur haben die Brechungen in ihren Liedern noch nicht das Resignativ-Abgeklärte des vermeintlich reifen Alters (und schon gar nicht die Bitterkeit des Altmännertums, das wäre ja noch schöner!) – sie sind vielmehr voller Aufbruchstimmung und Kraft, gerade wenn es mal wieder eine typische Lebenskrise zu besingen gilt....
...Sarah Leschs fast ausnahmslos selbst geschriebene Lieder strahlen große Wärme aus, oh-ne sich auch nur eine Sekunde nach „weiblicher Correctness“ anzuhören; sie können politisch klar Position beziehen, ohne plakativ oder gar wohlfeil zu sein. Sie handeln von realen Dingen und leibhaftigen Menschen, die durch die enorme Sprachkraft der Sängerin auch noch eine poetische Prise hinzu bekommen: Ahnungsvolle Abschiede, absehbares Scheitern („Matrose“), Kampfansagen, Aufbrüche zu neuen Ufern hat Sarah besungen, auch das Abbrechen von Brücken, den Sprung ins Ungewisse und sogar mit dem gleichlautenden Songtitel ein „Testament“, das die Mutter ihrem Kind als Hoffnungspaket hinterlässt – spannender kann eine Sängerin ihres Alters kaum sein…” Thomas Lochte (Münchner Merkur)

Fotos

Video

Gästebuch

#1 MoMo schrieb am 04.02.2016

Hey Sarah,

hab mich gerade mit MoMo hier angemeldet und bin beim Rumstöbern bei dir gelandet. Tolle Musik und wunderschöne Stimme. Echt schön - good luck!!

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